Einführung in die personzentrierte Spieltherapie als Grundlage für die traumabezogene Spieltherapie“ in zwei Teilen

Teil 1

Die Person des Kindes, das Spiel als seine Sprache, die Person der Therapeutin, die eine „heilsame“

Beziehung anbietet in einem „sicheren“ Raum zu einer festgelegten Zeit.

 

Das Seminar vermittelt die Vorgehensweise der Personzentrierten Spieltherapie mit folgenden Schwerpunkten:

die Psychologie des Spiels - Bedingungen für die Entwicklung von Spielprozessen - die mit den

verschiedenen Spielformen mögliche Be- und Verarbeitung von Lebensthemen - die Kunst des therapeutischen

Mitspielens und Begleitens bei gleichzeitiger Wahrung von Grenzen im spieltherapeutischen Kontext.

Um lebendige und für die persönliche Arbeit möglichst effektive Tage zu gestalten, werden Fallbeispiele und viele praktische Übungen angeboten.

Teil 2

Zahlreiche vertiefende Übungen zu der im Teil I vorgestellten spieltherapeutischen Vorgehensweise ermöglichen zunehmend mehr Sicherheit und Routine bei der spieltherapeutischen Begleitung. Fragen wie „wie findet das Kind sein Spiel“ , wie begleite ich das Kind, damit das Spiel therapeutisch wirksam sein kann“, „wie reagiere ich, wenn ich im Augenblick nicht weiter weiß…“ werden anhand praktischer Beispiele erarbeitet. Der Unterschied zwischen spieltherapeutischer Begleitung und traumabezogener Spieltherapie wird verdeutlicht.

 

Strukturierte TraumaIntervention

Nach einer theoretischen Einführung in die Kindertraumapsychologie wird als Heranführung an die therapeutische Arbeit mit schwerwiegenden traumatischen Erlebnissen die Strukturierte TraumaIntervention/STI (Weinberg 2005) vorgestellt. Dieses Verfahren wird in Dyaden anhand eigener Belastungserlebnisse der Teilnehmer/innen eingeübt und anwendungsreif angeeignet. Die STI ist ein speziell für Kinder ab sieben Jahren entwickeltes Verfahren, um schlecht verarbeitete traumatische Erfahrungen, die noch erinnerbar sind, kindgerecht zu erarbeiten und in die Persönlichkeit zu integrieren. Es bietet ein Höchstmaß an Sicherheit und Struktur und ist somit in seiner Durchführung für Kind und Therapeut vergleichsweise schonend. Die STI kann auch problemlos bei Jugendlichen und Erwachsenen angewendet werden.

Das Wochenende schließt ab mit ressourcen-stabilisierenden Interventionen aus dem Spektrum der traumabezogenen Spieltherapie (Weinberg 2010 und 2005). 

Dieses kindertraumapsychologische Konzept liegt den weiteren Ausbildungsteilen zugrunde.

 

Literaturempfehlung: D. Weinberg, Traumatherapie mit Kindern, Klett-Cotta 2005 (jetzt 7. Auflage) 

 

 

Traumabezogene Spieltherapie

(In den Seminaren in Nürnberg und Regensburg gibt es zunächst die Möglichkeit, eigene Anwendungserfahrungen mit der STI zur Supervision zu bringen.)

Das traumapsychologische Konzept wird um die Thematik der frühen Schädigungen während der ersten drei Lebensjahre und dem Konzept der „Komplexen Entwicklungsstörung nach Frühtraumatisierung“ erweitert.

Der Schwerpunkt dieses Wochenendes liegt auf dem Verfahren der traumabezogenen Spieltherapie/tSt. Diese wird anhand von Videodemonstration, Konzeptarbeit, Workshops und konkreten Demonstrationen von Therapeutenverhalten anhand der fishpool-Technik erarbeitet und anwendungsreif angeeignet. Die methodischen Bestandteile der tSt sind unter anderem: Aufbau guter innerer Instanzen, die Bau-dir-Instruktion, Arbeit mit nicht endenden aggressiven Spielen, Aufbau von Sicherheit im Therapiezimmer, die gezielte Arbeit mit Spaltungen, die Arbeit mit dem Todesthema ... Eigene Fälle können zur Supervision mitgebracht werden.

 

Literaturempfehlung: D. Weinberg, Psychotherapie mit komplex traumatisierten Kindern, Klett-Cotta 2010 (jetzt 3. Auflage)

 

 

Komplexe und frühe Traumatisierung: Bindungs- , Dissoziations- und Dysregulationstherapie (Vertiefungsseminar)

An diesem Wochenende findet eine Erweiterung der traumabezogenen Spieltherapie (tSt) um bindungstherapeutische Interventionen und Möglichkeiten, bindungstherapeutisch mit dem System zu arbeiten, statt. Des Weiteren wird die Anwendung der tSt durch Fallsupervision und Erarbeitung weiterer, sogenannter expliziter Verfahren, vertieft. Die bindungstherapeutische Arbeit ist von besonderer Bedeutung, da Traumaereignisse meist mit der Zerstörung einer gesunden Bindung(sfähigkeit) einhergehen und bindungsgestörte Kinder besonders gefährdet für Traumaerfahrungen sind. Die durch frühe Vernachlässigung und Ablehnung verursachte dissoziative Störung sorgt landläufig für Behandlungsresistenz und erfordert deswegen eine eigene therapeutische Methodik. Insbesondere dissoziierte aggressive Dysregulationen belasten dabei ganze Familiensysteme bis zum Zerbrechen und bedürfen eine spezielle Umgehensweise durch die Bezugspersonen.

 

Teilnahmevoraussetzung für dieses Wochenende ist das zweitägige Fortbildungsseminar zur traumabezogenen Spieltherapie. 

Zur Vorbereitung dringend empfohlen: Basisqualifikation in der personzentrierten Spieltherapie bei Hildegard Steinhauser oder Heidi Zorzi.

Bezugspersonentherapie nach D. Weinberg

Die traumabezogene Spieltherapie beinhaltet neben der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen

auch eine gute Begleitung des gesamten Prozesses durchdie Bezugspersonen.

Hier entstehen schon die ersten Fragen: „Wie kann ich relevante Informationen und geeignete Formen der Begleitung Bindungspersonenvermitteln?“ „Welche Themenbereiche sind für welche Personengruppen wichtig?“

Diesen Fragen möchten wir in dem Seminar nachgehen und uns unter diesem Gesichtspunkt den Themen Bindung und komplexe Traumatisierung theoretisch aber vor allem praktisch nähern.

Ausgehend von den frühen Bindungserfahrungen zeigen wir Möglichkeiten auf, die grundlegende Bedeutung von Schutz und Bindungssicherheit für die Entwicklung verständlich und erfahrbar zu machen. Darauf aufbauend betrachten wir verschiedene Verläufe der Bindungsentwicklung. Hier geht es vor allem darum, Besonderheiten der Interaktionsprozesse bei unsicheren und traumatischen Bindungserfahrungen herauszuarbeiten. Dies führt zu konkreten Haltungen und Handlungsansätzen, die Schutz und Sicherheit geben und korrigierende Bindungserfahrungen ermöglichen.

Im Themengebiet der komplexen Traumatisierung betrachten wir, wie neurobiologische Grundlagen, Traumatisierungen und Traumafolgen für Bezugspersonen erklärbar werden. Welche Grundhaltung und Möglichkeiten für Bezugspersonen und pädagogische Fachkräfte sind mit der traumabezogenen Spieltherapie nach Weinberg verbunden?

Wie kann ich Übungen zum Affektmanagement und zur Selbstfürsorge an Bezugspersonen vermitteln?

Welche Möglichkeiten gibt es Auslösereize zu erkennen und Hilfen zur Regulation und Beruhigung anzubieten?

Es geht darum, Bezugspersonen in Familien sowie in der Kinder- und Jugendhilfe alltagspraktische Hilfen anzubieten,

sie in den therapeutischen Prozess einzubeziehen und sie unterstützend zu begleiten.

 

Traumatherapie mit Jugendlichen

Die Lebenswelten der Jugendlichen heute unterscheiden sich wesentlich von denender letzten Generationen und stellen uns Therapeuten vor die Aufgabe, unsere Behandlungsansätze den Bedürfnissen unserer Klienten neu anzupassen.

Insbesondere im Bereich „Traumatisierung“ haben wir es angesichts der fortschreitenden Digitalisierung aller Lebensbereiche mit neuen, potentiellen Gefährdungen zu tun, bezüglich derer es bisher noch relativ wenig Erfahrungswissen gibt.

In diesem Seminar werde ich meine Arbeitsweise der traumatherapeutischen Behandlung von Jugendlichen vorstellen, die im Laufe meiner Berufsjahre auf der Grundlage einer nach wie vor personzentrierten therapeutischen Haltung bereichert wurde durch traumatherapeutische Verfahren verschiedener Richtungen und Autoren

(u.a. D. Weinberg, Th. Hensel, L.Besser, L.Reddemann, A.Krüger, E. Garbe, A.Korritko S.Wieland, S. Hart, M. Bentzen, B. Van der Kolk etc. ) sowie theoretisch vertieft werden konnte durch aktuelle Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften

(G.Roth, J.Bauer) und der neueren Bindungs-, Adoptiv- und Pflegekinderforschung.

Nach einer kurzen Einführung zu heutigen Jugendwelten werde ich meine Vorgehensweise vorstellen, die sich am allgemein üblichen traumatherapeutischen Prozess (Stabilisierung, Traumafokussierung, Integration) orientiert und darüber

hinaus spezielle Herangehensweisen bei der Arbeit mit früh- und beziehungstraumatisierten Jugendlichen beinhaltet. Neben der Vermittlung einer grundsätzlich personzentrierten Haltung sollen verschiedene Interventionen vorgestellt und auch geübt werden.

 "Bindungs- und Traumatherapie mit Kleinstkindern (1½ bis 5 Jahren) und

 geistig behinderten Kindern"

Dies ist ein Versuch, Randgruppen unseres normalen Praxisalltags in den Fokus zu nehmen. Manche Besonderheiten in der Behandlung sind ähnlich bei diesen beiden Patientengruppen. So z.B. der extreme Einbezug der Bezugspersonen. Aber auch der verstärkte und zugleich eng fokussierte Input seitens der Behandler/innen.

Anmelden können sich neben KJPs auch Heilpädagog/innen mit Spieltherapie-Grundlagenausbildung.

Voraussetzung ist für alle das Seminar "Traumabezogene Spieltherapie".

Seminarbeschreibungen